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Thema

Rehasport und Funktionstraining: Verordnung, Kosten, Ablauf

Rehabilitationssport ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Dazu gehören ein ärztliches Formular, eine Genehmigung der Kasse und eine festgelegte Zahl von Einheiten, und daraus ergeben sich viele Fragen, die oft offen bleiben.

Die Beiträge beantworten sie mit der jeweiligen Rechtsgrundlage. Sie erfahren, welches Formular der Arzt ausfüllt, was die Kasse übernimmt, wie oft Sie teilnehmen dürfen und was passiert, wenn Sie Termine verpassen.

Alle Beiträge zum Thema

Verordnung

Funktionstraining verordnen lassen: Formular, Umfang und Verlängerung

Funktionstraining läuft über denselben Vordruck wie der Rehabilitationssport, wird aber in Monaten bemessen und nicht in Übungseinheiten. Sie erfahren, wer verordnet, was auf dem Muster 56 stehen muss, welcher Zeitraum gilt und wie eine Verlängerung begründet wird.

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Verordnung

Rehasport beantragen: der Weg von der Verordnung bis zur Genehmigung

So kommen Sie vom Arztbesuch über das Formular 56 und die Genehmigung der Krankenkasse bis zur ersten Übungsstunde. Sie erfahren auch, welche Fristen in Vereinbarungen und Gesetzen stehen und was Sie bei einer Ablehnung tun können.

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Kosten & Kasse

Was kostet Rehasport? Wer zahlt, wer zuzahlt und wann er privat wird

Mit ärztlicher Verordnung und bewilligtem Antrag zahlen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Rehabilitationssport nichts – eine gesetzliche Zuzahlung wie beim Heilmittelrezept ist ausgeschlossen. Sie erfahren, auf welcher Rechtsgrundlage das beruht, welche Vergütungssätze veröffentlicht sind und in welchen vier Fällen Sie doch selbst zahlen.

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Verordnung

Rehasport-Verordnung: Formular 56, Gültigkeit und was der Arzt eintragen muss

Das Blatt für den Rehasport heißt amtlich Muster 56 und ist ein Antrag auf Kostenübernahme. Sie erfahren, was die Ärztin oder der Arzt eintragen muss, welche Fristen die Rahmenvereinbarung dafür nennt und was nach der Ausstellung passiert.

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Ablauf

Rehasport: wie viele Einheiten, über welchen Zeitraum – und was bei Fehlzeiten passiert

Der Regelfall sind 50 Übungseinheiten in 18 Monaten, festgelegt in der BAR-Rahmenvereinbarung in der Fassung vom 1. Januar 2022, samt der Ausnahmen mit 120 Einheiten in 36 Monaten. Außerdem lesen Sie, wie oft pro Woche Sie teilnehmen, was mit versäumten Terminen passiert und wann eine Folgeverordnung möglich ist.

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Ablauf

Rehasport oder Funktionstraining: worin sie sich unterscheiden und wer was bekommt

Rehasport und Funktionstraining unterscheiden sich in Ziel, Krankheitsbild, Anleitung, Umfang und Verordnungsdauer. Formular und Kostenträger sind dieselben. Sie finden beide Leistungen nach der geltenden BAR-Rahmenvereinbarung gegenübergestellt und erfahren, ob Sie beides gleichzeitig bekommen können.

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Dazu passend bei uns in der Praxis

Häufige Fragen

Alle Fragen zu Rehasport auf einen Blick

Die Antworten stammen aus den Beiträgen dieses Themas und tragen dort ihre Quelle.

Wer darf Funktionstraining verordnen?

Jede behandelnde Ärztin und jeder behandelnde Arzt. Ziffer 14.1 der BAR-Rahmenvereinbarung verlangt nur, dass die Verordnung zur Erkrankung passt, und schreibt keine Facharztgruppe vor. Laut dem Merkblatt der Deutschen Rheuma-Liga für Ärztinnen und Ärzte können alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Funktionstraining verordnen. Eine besondere Berechtigung für Reha-Maßnahmen brauchen sie dafür nicht. Zahlt die Deutsche Rentenversicherung, verordnet die Ärztin oder der Arzt der Rehabilitationseinrichtung zum Abschluss der medizinischen Rehabilitation.

Auf welchem Formular wird Funktionstraining verordnet?

Auf dem Vordruck Muster 56 mit der Überschrift „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport / für Funktionstraining“, der in seiner heutigen Fassung seit dem 1. Januar 2023 gilt. Ganz oben wird angekreuzt, welche der beiden Leistungen beantragt wird. Nach den Vordruckerläuterungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können Rehabilitationssport und Funktionstraining nicht gleichzeitig auf einem Vordruck beantragt werden. Beim Funktionstraining füllt die Praxis dann die Felder zur Funktionstrainingsart und zum Zeitraum in Monaten aus. Den unteren Teil mit dem Leistungserbringer füllen Sie selbst aus und unterschreiben ihn.

Wie oft pro Woche ist Funktionstraining möglich?

Nach Ziffer 10.4 der Rahmenvereinbarung sind es bis zu zwei Übungsveranstaltungen je Woche, mit besonderer Begründung höchstens drei. Die Vordruckerläuterungen der KBV nennen für Trocken- und Wassergymnastik in der Regel jeweils ein bis zwei Termine pro Woche. Auch wenn beide Formen zusammen verordnet werden, bleibt es bei höchstens drei Terminen wöchentlich. Eine Übungsstunde soll grundsätzlich mindestens 30 Minuten bei Trockengymnastik und mindestens 20 Minuten bei Wassergymnastik dauern.

Wie lange ist eine Funktionstraining-Verordnung gültig?

Ziffer 14.3 der Rahmenvereinbarung nennt kein Verfallsdatum für das Blatt. Die Verordnung gilt für den Zeitraum, den die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt für notwendig hält, in der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen der Richtwerte von zwölf beziehungsweise 24 Monaten. Eine bundeseinheitliche Frist, bis wann das Funktionstraining nach der Ausstellung begonnen haben muss, gibt es nicht. Die oft genannten drei Monate stehen in Ziffer 1.2 und betreffen ausschließlich Leistungen der Rentenversicherung und der Alterssicherung der Landwirte im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation. Ob Ihre Krankenkasse eine eigene Frist festlegt, erfahren Sie nur dort.

Wie funktioniert die Verlängerung des Funktionstrainings?

Über eine weitere Verordnung auf demselben Vordruck. Nach Ziffer 14.2 Nummer 5 der Rahmenvereinbarung muss sie zusätzlich begründen, warum Sie die erlernten Übungen noch nicht selbstständig und eigenverantwortlich durchführen können. Die Deutsche Rheuma-Liga nennt als Begründungen etwa eine akute Verschlechterung der Grunderkrankung, eine geänderte Diagnose oder kognitive und psychische Beeinträchtigungen. Die Weiter- oder Neuverordnung kann wieder für zwölf beziehungsweise 24 Monate ausgestellt werden, in besonderen Situationen auch für länger. Die Genehmigung der Krankenkasse muss auch bei der Folgeverordnung vor dem ersten Termin vorliegen.

Kann man Wassergymnastik und Trockengymnastik zusammen verordnen lassen?

Ja. Die Vordruckerläuterungen zu Muster 56 halten fest, dass Trocken- und Wassergymnastik bei Bedarf zur selben Zeit verordnet werden können, wenn beide Formen medizinisch notwendig sind. Nach Ziffer 10.3 der Rahmenvereinbarung sollen sie dann an verschiedenen Wochentagen stattfinden. Zusammen bleibt es bei höchstens drei Übungsveranstaltungen pro Woche.

Muss die Krankenkasse Rehasport vor Beginn genehmigen?

Ja. Die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining, in Kraft seit dem 1. Januar 2022, bestimmt in Ziffer 15.1: „Rehabilitationssport und Funktionstraining sind vor dem Beginn durch den Rehabilitationsträger zu bewilligen. Dies gilt auch für weitere Verordnungen.“ Dieselbe Regel steht in den Vordruckerläuterungen zum Formular 56. Wenn Sie vor der Bewilligung anfangen, haben Sie für diese Übungseinheiten keine Kostenzusage.

Wie lange ist eine Rehasport-Verordnung gültig?

Bundesweit ist dafür keine Frist geregelt. Weder die Rahmenvereinbarung der BAR noch die Vordruckerläuterungen zum Muster 56 nennen einen Zeitraum zwischen der Ausstellung der Verordnung und dem Beginn des Rehabilitationssports. Angaben wie „zwölf Wochen“, „drei Monate“ oder „sechs Monate“ sind Vorgaben einzelner Kassen oder Angaben von Anbietern und gelten nicht allgemein. Verbindlich ist, was Ihre eigene Krankenkasse Ihnen sagt.

Wie lange darf die Krankenkasse für die Entscheidung brauchen?

Nach § 14 Abs. 1 SGB IX prüft die Krankenkasse als Rehabilitationsträger binnen zwei Wochen nach Antragseingang, ob sie zuständig ist. Braucht sie kein Gutachten, entscheidet sie nach § 14 Abs. 2 SGB IX innerhalb von drei Wochen nach Antragseingang. Mit Gutachten hat sie zwei Wochen Zeit, nachdem es vorliegt. Nach § 18 SGB IX gilt die beantragte Leistung als genehmigt, wenn zwei Monate nach Antragseingang vergehen, ohne dass die Kasse entschieden oder Ihnen die Verzögerung begründet hat.

Wie beantrage ich Rehasport bei der Techniker Krankenkasse?

Die TK beschreibt vier Schritte: Verordnung vom Arzt erhalten, Verordnung unterschreiben und einreichen, parallel einen Anbieter suchen, nach der Bewilligung starten. Am besten reichen Sie die Verordnung über die TK-App als Nachricht mit dem Stichwort „Rehasport“ oder „Funktionstraining“ ein, ansonsten per Post. Beide Seiten der Verordnung müssen vollständig und gut lesbar sein. Eine Gültigkeitsfrist für die Verordnung nennt die TK auf dieser Seite nicht.

Was muss ich auf dem Formular 56 selbst ausfüllen?

Sie füllen den Antrag auf Kostenübernahme aus. Nach den Vordruckerläuterungen zum Muster 56 tragen Sie dort den Anbieter ein, bei dem Sie trainieren wollen, mit Postleitzahl und Ort. Falls Sie schon teilnehmen, geben Sie an, seit wann. Bevor der Antrag an die Krankenkasse geht, müssen Sie ihn unterschreiben. Die medizinischen Felder füllt die Arztpraxis aus.

Was kann ich tun, wenn die Krankenkasse den Rehasport ablehnt?

Sie können Widerspruch einlegen. Nach § 84 SGG haben Sie dafür einen Monat Zeit, nachdem Ihnen der Bescheid bekanntgegeben wurde. Bei Bekanntgabe im Ausland beträgt die Frist drei Monate. Sie reichen den Widerspruch schriftlich, elektronisch oder zur Niederschrift bei der Stelle ein, die den Bescheid erlassen hat. Es hilft, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Begründung zu Funktionseinschränkungen und Zielen genauer fasst.

Was kostet Rehasport?

Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ärztlicher Verordnung und bewilligtem Antrag kostet Rehabilitationssport nichts. Die Vergütung zahlt der Rehabilitationsträger, meist die Krankenkasse, direkt an die Einrichtung, die die Gruppe trägt. Nach Ziffer 16.5 der Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining (in Kraft seit 1. Januar 2022) dürfen neben dieser Vergütung Zuzahlungen, Eigenbeteiligungen oder Vorauszahlungen von den Teilnehmenden nach § 31 SGB I nicht gefordert werden.

Muss ich beim Rehasport zuzahlen wie bei Krankengymnastik?

Nein. § 61 SGB V regelt die Zuzahlungen abschließend: Bei Heilmitteln wie Krankengymnastik oder Massage zahlen Erwachsene 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung, bei Arzneimitteln 10 Prozent des Abgabepreises (mindestens 5, höchstens 10 Euro), bei stationärer Behandlung 10 Euro je Kalendertag. Rehabilitationssport zählt nicht zu den Heilmitteln. Er ist eine ergänzende Leistung nach § 64 Absatz 1 Nummer 3 SGB IX, und diese Leistungsart kommt in § 61 SGB V nicht vor.

Was zahlt die Krankenkasse pro Übungseinheit Rehasport?

Einen bundesweit gültigen Betrag gibt es nicht. Sie als Teilnehmerin oder Teilnehmer zahlen ihn auch nicht, die Kasse überweist die Vergütung direkt an die Einrichtung. Nach Ziffer 16.1 der Rahmenvereinbarung wird sie in Verträgen zwischen den Bundes- und Landesorganisationen der Gruppenträger und den Rehabilitationsträgern geregelt und kann als Pauschale vereinbart werden. Die Beträge weichen deshalb je Kostenträger und Region ab. Veröffentlicht sind die Sätze der Deutschen Rentenversicherung Bund. Ab 1. Januar 2026 sind das 7,24 Euro je Übungseinheit im allgemeinen Rehabilitationssport, 11,27 Euro im Herzsport und 9,71 Euro im Wasser. Für die Krankenkassen gelten diese Zahlen nicht.

Wann muss ich Rehasport selbst bezahlen?

Sie zahlen in vier Fällen selbst: wenn die bewilligten Übungseinheiten aufgebraucht sind (Richtwert in der gesetzlichen Krankenversicherung: 50 Einheiten in 18 Monaten), wenn Sie ohne ärztliche Verordnung oder vor der Bewilligung durch die Kasse anfangen, wenn die Einrichtung mit Ihrer Kasse keinen Vertrag hat, und wenn Sie privat krankenversichert sind. Die Rahmenvereinbarung nennt es ausdrücklich als Ziel, dass Sie nach dem Ende der Leistung weitertrainieren, dann auf eigene Kosten.

Übernimmt die TK Rehasport ohne Eigenanteil?

Die Techniker Krankenkasse schreibt für Leistungsanbieter, mit denen sie Verträge geschlossen hat: „Für Sie entsteht kein Eigenanteil.“ Die Übernahme ist zeitlich begrenzt. Wenn Sie nach dem Ende der Leistung weiter in der Gruppe trainieren möchten, tragen Sie die Kosten laut TK selbst, etwa für eine Mitgliedschaft im Sportverein.

Muss ich für Rehasport in einen Verein eintreten und Beitrag zahlen?

Nein. Nach Ziffer 16.4 der Rahmenvereinbarung müssen Sie für die Teilnahme während der Dauer der Verordnung nicht Mitglied in der Gruppe, einer Selbsthilfegruppe oder im Verein werden. Empfohlen wird eine Mitgliedschaft nur auf freiwilliger Basis. Freiwillige Mitgliedsbeiträge sind zulässig, die Rehabilitationsträger können sie jedoch nicht übernehmen.

Wie heißt das Formular für Rehasport richtig?

Amtlich heißt es Muster 56 und trägt die Überschrift „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport / für Funktionstraining“. Die im Alltag gebräuchlichen Bezeichnungen „Rehasport-Verordnung“, „Formular 56“ und „Rehasport-Rezept“ meinen dasselbe Blatt. Die aktuelle Fassung des Vordrucks gilt seit dem 1. Januar 2023.

Was muss der Arzt auf dem Muster 56 eintragen?

Nach Ziffer 14.2 der Rahmenvereinbarung muss die Praxis auf dem Vordruck eintragen: die Diagnose nach ICD-10-GM und gegebenenfalls Nebendiagnosen, die Gründe und Ziele der Maßnahme samt Angaben zu Funktionseinschränkungen und Belastbarkeit, die Dauer sowie eine Empfehlung für die geeignete Sportart oder Trainingsart. Bei einer Folgeverordnung kommt die Begründung dazu, warum Sie die Übungen noch nicht selbstständig durchführen können. Außerdem kreuzt sie an, wie viele Übungsstunden pro Woche stattfinden sollen: eine oder zwei, mit Begründung höchstens drei.

Muss die Krankenkasse den Rehasport vor Beginn genehmigen?

Grundsätzlich ja. Nach Ziffer 15.1 der Rahmenvereinbarung sind Rehabilitationssport und Funktionstraining vor dem Beginn durch den Rehabilitationsträger zu bewilligen, und das gilt auch für Folgeverordnungen. Einzelne Krankenkassen haben regional auf die Genehmigung verzichtet, die AOK Bayern zum Beispiel ab dem 1. Januar 2024, zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2025. Ob Ihre Kasse so vorgeht, erfahren Sie nur bei Ihrer Kasse.

Kostet Rehasport eine Zuzahlung?

Nein. Nach Ziffer 16.5 der Rahmenvereinbarung ist es nach § 31 SGB I unzulässig, neben der Vergütung des Rehabilitationsträgers Zuzahlungen, Eigenbeteiligungen oder Vorauszahlungen von Teilnehmenden zu fordern. Auch eine Vereinsmitgliedschaft darf für die Teilnahme nicht verlangt werden. Zusatzleistungen, die Sie freiwillig und ausdrücklich gegen Bezahlung buchen, sind davon nicht betroffen.

Was passiert mit Übungseinheiten, die ich im Bewilligungszeitraum nicht genutzt habe?

Sie verfallen. Ziffer 15.2 der Rahmenvereinbarung schließt es grundsätzlich aus, bewilligte Übungsveranstaltungen auf einen späteren Zeitraum zu übertragen, wenn sie im bewilligten Zeitraum nicht in Anspruch genommen wurden. Wenn Sie den Rehasport fortsetzen möchten, brauchen Sie eine Folgeverordnung mit Begründung und in aller Regel wieder die Bewilligung der Kasse vor dem Beginn.

Rehasport: wie oft und wie lange zahlt die Krankenkasse?

In der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst der Rehasport in der Regel 50 Übungseinheiten, die Sie innerhalb von 18 Monaten nutzen können. Das steht in Ziffer 4.4.1 der Rahmenvereinbarung der BAR in der Fassung vom 1. Januar 2022. Beide Zahlen sind ausdrücklich Richtwerte, von denen die Kasse nach Prüfung des Einzelfalls abweichen kann. Bei bestimmten Erkrankungen sind 120 Übungseinheiten in 36 Monaten vorgesehen, in Herzgruppen 90 Übungseinheiten in 24 Monaten.

Wie oft darf man beim Rehasport fehlen?

Eine bundeseinheitliche Zahl gibt es nicht. Die Rahmenvereinbarung nennt keine Quote für Fehlzeiten und keine Grenze, ab der eine Verordnung verfällt. Geregelt sind zwei Dinge. Versäumte Übungsveranstaltungen können nicht auf einen späteren Zeitraum übertragen werden (Ziffer 15.2), und Unterbrechungen sollen auf begründete Ausnahmefälle beschränkt bleiben, etwa Urlaubsreisen, Klinikaufenthalt oder Arbeitsunfähigkeit (Anlage 2). Unterbrechen Sie ohne triftigen Grund, darf die Einrichtung den Rehasport abbrechen und die bis dahin durchgeführten Einheiten abrechnen.

Wie oft in der Woche findet Rehasport statt?

Eine einzelne Verordnung umfasst im Allgemeinen bis zu zwei Übungsstunden je Woche, mit besonderer Begründung höchstens drei (Ziffer 14.3 der Rahmenvereinbarung). Eine Übungsstunde soll mindestens 45 Minuten dauern, beim Rehabilitationssport in Herzgruppen mindestens 60 Minuten (Ziffer 9.3). Bei einem Termin pro Woche reichen 50 Einheiten rechnerisch für knapp ein Jahr. Die 18 Monate lassen Raum für Urlaub, Krankheit und Feiertage.

Verfallen nicht genutzte Rehasport-Einheiten?

Ja. Übungsstunden, die für einen bestimmten Zeitraum bewilligt sind und die Sie nicht wahrnehmen, dürfen grundsätzlich nicht auf einen späteren Zeitraum übertragen werden (Ziffer 15.2 der Rahmenvereinbarung). Nutzen Sie von 50 bewilligten Einheiten in 18 Monaten nur 30, verfallen die übrigen, und der Zeitraum verlängert sich nicht. Auch wenn eine Übungsstätte vorübergehend schließt, verlängert sich die Leistungsdauer nicht (Anlage 2).

Wie oft ist Rehasport verordnungsfähig?

Folgeverordnungen sind möglich, die Ärztin oder der Arzt muss sie aber begründen. Auf dem Formular Muster 56 wird die Folgeverordnung angekreuzt. Im Freitextfeld muss stehen, warum Sie die erlernten Übungen noch nicht selbstständig und eigenverantwortlich durchführen können (Ziffer 14.2 der Rahmenvereinbarung). Auch eine Folgeverordnung muss die Krankenkasse vor Beginn genehmigen. Bei kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen sollen Erst- und weitere Verordnungen jeweils 120 Übungseinheiten in 36 Monaten nicht überschreiten.

Wie schnell muss man nach der Verordnung mit dem Rehasport beginnen?

Für die gesetzliche Krankenversicherung nennt die Rahmenvereinbarung keine Frist, bis wann der Rehasport begonnen sein muss. In den Vordruckerläuterungen zu Muster 56 steht ebenfalls keine. Eine Frist ist nur für die Rentenversicherung geregelt. Dort muss der Rehabilitationssport innerhalb von drei Monaten nach Beendigung der medizinischen Rehabilitation beginnen (Ziffer 1.2). Fest steht in jedem Fall, dass die Genehmigung der Krankenkasse vor Beginn vorliegen muss. Einzelne Kassen setzen darüber hinaus eigene Fristen, fragen Sie deshalb bei Ihrer Kasse nach.

Was ist der Unterschied zwischen Rehasport und Funktionstraining?

Rehabilitationssport arbeitet mit Sport, setzt am ganzen Menschen an und soll Ausdauer, Kraft, Koordination und Flexibilität verbessern. Funktionstraining arbeitet mit Krankengymnastik und Ergotherapie gezielt an einzelnen Muskeln und Gelenken. Es richtet sich vor allem an Menschen mit rheumatischen Erkrankungen und Erkrankungen von Muskeln, Knochen und Gelenken. Rehasport leiten Übungsleiterinnen und Übungsleiter an, Funktionstraining vor allem Physio- und Ergotherapeutinnen und -therapeuten. Der Umfang wird beim Rehasport in Übungseinheiten bemessen, beim Funktionstraining in Monaten.

Kann man Rehasport und Funktionstraining gleichzeitig bekommen?

Auf einem gemeinsamen Vordruck nicht. Nach den Erläuterungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu Muster 56 können Rehabilitationssport und Funktionstraining nicht gleichzeitig auf einem Formular beantragt werden. Es wären also zwei getrennte Verordnungen und zwei Genehmigungen nötig. Ein ausdrückliches Verbot, beides gleichzeitig zu bekommen, enthält die Rahmenvereinbarung nicht. Die Krankenkasse prüft im Einzelfall, ob beide Leistungen notwendig, geeignet und wirtschaftlich sind. Innerhalb des Funktionstrainings dürfen Trocken- und Wassergymnastik ausdrücklich zur selben Zeit verordnet werden, wenn beide medizinisch notwendig sind.

Wie lange zahlt die Krankenkasse Funktionstraining?

In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlt die Kasse in der Regel zwölf Monate. Bei schwerer Beeinträchtigung der Beweglichkeit durch chronisch entzündlich rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis sowie bei schweren Polyarthrosen, Kollagenosen, Fibromyalgie-Syndromen und Osteoporose sind es 24 Monate. Beide Werte sind Richtwerte der BAR-Rahmenvereinbarung, von denen im Einzelfall abgewichen werden kann.

Wie viele Übungseinheiten Rehasport bezahlt die Krankenkasse?

In der Regel 50 Übungseinheiten, die Sie innerhalb von 18 Monaten nutzen können. Bei 16 Erkrankungen, die die Rahmenvereinbarung beim Namen nennt, können 120 Übungseinheiten in 36 Monaten bewilligt werden. Dazu gehören Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Morbus Bechterew, Asthma bronchiale und COPD. Für den Rehabilitationssport in Herzgruppen gelten 90 Übungseinheiten in 24 Monaten, bei Folgeverordnung 45 Übungseinheiten in zwölf Monaten. Alle Angaben sind Richtwerte.

Wer darf eine Funktionstrainingsgruppe leiten?

Nach Ziffer 13.1 der Rahmenvereinbarung kommen dafür vor allem Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Ergotherapeutinnen und -therapeuten mit spezieller Fortbildung für rheumatische Erkrankungen und Osteoporose in Betracht. Zusätzlich müssen sie eine von den Rehabilitationsträgern anerkannte Zusatzausbildung nachweisen: für Physio- und Ergotherapeutinnen und -therapeuten mindestens 15 Lerneinheiten, für einige andere Grundqualifikationen 30 Lerneinheiten. Die Bescheinigung gilt vier Jahre, in dieser Zeit sind mindestens zehn Lerneinheiten Fortbildung nötig. Diese Anforderungen gelten seit dem 1. August 2024 und sind spätestens seit dem 1. Juli 2026 verbindlich anzuwenden.

Muss ich für Rehasport oder Funktionstraining Vereinsmitglied werden oder etwas zuzahlen?

Nein. Nach Ziffer 16.5 der Rahmenvereinbarung ist es nach § 31 SGB I unzulässig, neben der Vergütung des Rehabilitationsträgers Zuzahlungen, Eigenbeteiligungen oder Vorauszahlungen von den Teilnehmenden zu fordern. Eine Mitgliedschaft in der Gruppe, der Selbsthilfegruppe oder im Verein ist für die Dauer der Verordnung nicht verpflichtend. Sportbekleidung und Sportschuhe zahlen Sie selbst, die Übungsgeräte stellt die Gruppe.

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