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Verordnung

Funktionstraining verordnen lassen: Formular, Umfang und Verlängerung

Funktionstraining läuft über denselben Vordruck wie der Rehabilitationssport, wird aber in Monaten bemessen und nicht in Übungseinheiten. Sie erfahren, wer verordnet, was auf dem Muster 56 stehen muss, welcher Zeitraum gilt und wie eine Verlängerung begründet wird.

9 Min. Lesezeit 27. Juli 2026 Rüdiger Schröder

Funktionstraining und Rehabilitationssport werden auf demselben Vordruck beantragt und in derselben Rahmenvereinbarung geregelt. Die Regeln dahinter unterscheiden sich aber. Beim Rehabilitationssport zählt die Krankenkasse Übungseinheiten, beim Funktionstraining zählt sie Monate. Dieser eine Unterschied verändert fast alles, was auf dem Antrag steht. Die gesetzliche Grundlage ist § 64 Absatz 1 Nummer 4 des Neunten Sozialgesetzbuchs. Er nennt das „ärztlich verordnete Funktionstraining in Gruppen unter fachkundiger Anleitung und Überwachung“. Wie die Leistung im Einzelnen abläuft, regelt die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR). Die geltende Fassung trägt den Stand 26. November 2021 und ist im Januar 2022 erschienen.

Wer Funktionstraining verordnet

Ziffer 14.1 der Rahmenvereinbarung verlangt nur, dass die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt das Funktionstraining passend zur Erkrankung verordnet. Eine bestimmte Facharztgruppe schreibt sie nicht vor. Das Merkblatt der Deutschen Rheuma-Liga für Ärztinnen und Ärzte sagt es noch deutlicher. Danach können alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Funktionstraining verordnen, eine besondere Berechtigung für Reha-Maßnahmen brauchen sie dafür nicht. Den Vordruck bestellt die Praxis wie üblich über die Kassenärztliche Vereinigung.

Ein weiterer Punkt aus dem Merkblatt kann Ihnen im Gespräch mit der Arztpraxis helfen. Funktionstraining ist eine ergänzende Leistung zur Rehabilitation und belastet deshalb nicht das Heilmittelbudget der Praxis. Es ist etwas anderes als Krankengymnastik einzeln oder in der Gruppe, die als Heilmittel nach dem Heilmittelkatalog verordnet wird. Nach Angaben der Rheuma-Liga werden diese Verordnungen deshalb auch nicht auf Wirtschaftlichkeit geprüft.

Für die Deutsche Rentenversicherung und die Alterssicherung der Landwirte gilt eine Ausnahme. Zahlen diese Träger, verordnet nach Ziffer 14.1 die Ärztin oder der Arzt der Rehabilitationseinrichtung das Funktionstraining, und zwar zum Abschluss einer medizinischen Rehabilitation.

Für welche Erkrankungen es in Frage kommt

Ziffer 3.1 nennt als Anwendungsgebiet ausdrücklich Erkrankungen oder Funktionseinschränkungen des Stütz- und Bewegungsapparats. Ziffer 3.2 wird genauer und spricht von Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen, also Erkrankungen von Muskeln, Knochen und Gelenken. An anderer Stelle nennt die Vereinbarung die Krankheiten beim Namen: rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis, schwere Polyarthrosen, Kollagenosen, Fibromyalgie-Syndrome und Osteoporose. Die Rheuma-Liga fasst den Kreis etwas weiter. Sie nennt entzündliche Erkrankungen und Verschleißerkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule sowie chronische Schmerzen, die sich am Bewegungsapparat zeigen.

Das Ziel steht in Ziffer 3.2. Funktionen sollen erhalten und verbessert werden, und es soll hinausgezögert werden, dass einzelne Organsysteme und Körperteile ihre Funktion verlieren. Dazu kommen Schmerzlinderung, bessere Beweglichkeit und Hilfe dabei, mit der Krankheit zurechtzukommen. Ziffer 3.3 nennt, was Sie selbst mitbringen müssen. Sie sollten beweglich genug und körperlich wie seelisch belastbar genug sein, um in der Gruppe bewegungstherapeutische Übungen zu machen. Wo die Grenze zum Rehabilitationssport liegt, lesen Sie im Beitrag zum Unterschied zwischen Rehasport und Funktionstraining.

Das Formular ist dasselbe, die Felder sind andere

Beantragt wird das Funktionstraining auf dem Vordruck Muster 56 „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport / für Funktionstraining“. In seiner heutigen Fassung gilt er seit dem 1. Januar 2023. Ganz oben kreuzt die Praxis an, welche der beiden Leistungen gemeint ist. Die Vordruckerläuterungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung halten dazu fest, dass Rehabilitationssport und Funktionstraining nicht gleichzeitig auf einem Vordruck beantragt werden können.

Die Pflichtangaben aus Ziffer 14.2 gelten für beide Leistungen. Dazu gehören die Diagnose nach ICD-10-GM, dem amtlichen Diagnoseschlüssel, mit den wichtigen Nebendiagnosen und die Gründe und Ziele mit Angaben zu Funktionseinschränkungen und Belastbarkeit. Außerdem muss die Dauer eingetragen sein und eine Empfehlung, welche Art von Funktionstraining geeignet ist. Bei weiteren Verordnungen kommt die Begründung dafür hinzu, bei schwerstbehinderten Menschen der erhöhte Teilhabebedarf.

Ab dem Feld für die Art des Funktionstrainings unterscheidet sich der Vordruck. Hier kreuzt die Praxis Trocken- oder Wassergymnastik an, wo beim Rehasport eine Sportart steht. Und wo beim Rehasport eine Zahl von Übungseinheiten steht, trägt sie einen Zeitraum in Monaten ein. Wie der Vordruck insgesamt aufgebaut ist und was der obere Teil sonst noch verlangt, lesen Sie im Beitrag zum Formular 56 im Rehasport.

Zwölf Monate, bei schweren rheumatischen Erkrankungen 24

Nach Ziffer 4.4.3 zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Funktionstraining in der Regel für zwölf Monate. Bei bestimmten Erkrankungen sind es 24 Monate. Das gilt, wenn die Beweglichkeit und Mobilität durch eine chronische oder chronisch fortschreitende entzündlich-rheumatische Erkrankung schwer beeinträchtigt ist, etwa durch rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis. Es gilt auch bei schweren Polyarthrosen, Kollagenosen, Fibromyalgie-Syndromen und Osteoporose. Beide Werte sind ausdrücklich Richtwerte. Nach Ziffer 4.1 kann davon abgewichen werden, wenn eine Prüfung im Einzelfall das ergibt. Die abweichende Zahl von Monaten trägt die Praxis dann in ein eigenes Feld des Vordrucks ein.

Ziffer 4.4.4 regelt Fälle, die darüber hinausgehen. Eine längere Leistungsdauer ist nach einer Prüfung im Einzelfall möglich, wenn die Leistung notwendig, geeignet und wirtschaftlich ist. Als Beispiel nennt die Vereinbarung Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen, die das Übungsprogramm deshalb nicht oder noch nicht eigenständig durchführen können. In diesen Fällen sollen die erste und jede weitere Verordnung jeweils 24 Monate nicht überschreiten.

Andere Rehabilitationsträger rechnen anders. Die gesetzliche Rentenversicherung und die Alterssicherung der Landwirte übernehmen Funktionstraining nach Ziffer 4.2 in der Regel bis zu sechs Monate, längstens bis zu zwölf. In der gesetzlichen Unfallversicherung ist die Dauer nach Ziffer 4.3 grundsätzlich nicht begrenzt. Dort wird die Verordnung nach Ziffer 14.4 jeweils für ein halbes Jahr ausgestellt, in Ausnahmefällen für bis zu ein Jahr.

Trockengymnastik, Wassergymnastik und die Termine pro Woche

Ziffer 6 kennt zwei Arten von Funktionstraining, die Trockengymnastik und die Wassergymnastik. Nach den KBV-Erläuterungen dürfen beide bei Bedarf zur selben Zeit verordnet werden, wenn beide medizinisch notwendig sind. Ziffer 10.3 ergänzt, dass sie sich ergänzen können und dann an verschiedenen Wochentagen stattfinden sollen.

Wie oft Sie trainieren, regelt Ziffer 10.4. Es sind bis zu zwei Übungsstunden je Woche, mit besonderer Begründung höchstens drei. Die KBV nennt für Trocken- und Wassergymnastik in der Regel ein bis zwei Termine pro Woche. Auch wenn beide kombiniert werden, bleibt es bei höchstens drei. Eine Übungsstunde soll grundsätzlich mindestens 30 Minuten dauern, wenn es Trockengymnastik ist, und mindestens 20 Minuten bei Wassergymnastik. Nach Ziffer 10.1 sind in der Gruppe höchstens 15 Teilnehmende je Therapeutin oder Therapeut beziehungsweise je Übungsleitung vorgesehen. In Ausnahmefällen darf diese Zahl leicht überschritten werden, das muss dem Rehabilitationsträger gegenüber aber begründet werden.

Wie lange die Verordnung gilt

Die Rahmenvereinbarung legt kein Verfallsdatum für das ausgestellte Blatt fest. Nach Ziffer 14.3 gilt die einzelne Verordnung für den Zeitraum, den die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt für notwendig hält. In der gesetzlichen Krankenversicherung muss dieser Zeitraum im Rahmen der Ziffern 4.4.1 bis 4.4.4 bleiben. Der eingetragene Zeitraum beschreibt also, wie lange die Leistung läuft. Wie lange das Formular gültig ist, sagt er nicht.

Oft heißt es, das Funktionstraining müsse innerhalb von drei Monaten nach der Ausstellung beginnen. Das steht weder in der Rahmenvereinbarung noch in den Vordruckerläuterungen. Die Drei-Monats-Frist in Ziffer 1.2 betrifft einen anderen Fall. Sie ist die Bedingung dafür, dass die Rentenversicherung oder die Alterssicherung der Landwirte zuständig bleibt, wenn das Training an eine medizinische Rehabilitation anschließt, die dieser Träger selbst erbracht hat. Für gesetzlich Krankenversicherte gibt es keine bundeseinheitliche Frist zwischen Ausstellung und erster Übungsstunde. Ob Ihre Kasse eine eigene Frist festlegt, erfahren Sie nur bei Ihrer Kasse.

Der bewilligte Zeitraum läuft dagegen ab dem Start weiter, ob Sie ihn nutzen oder nicht. Nach Ziffer 15.2 dürfen Übungsstunden, die Sie nicht wahrnehmen, grundsätzlich nicht auf einen späteren Zeitraum übertragen werden. Anlage 2 der Vereinbarung nennt begründete Ausnahmen für Unterbrechungen, etwa Urlaubsreisen, einen Aufenthalt im Krankenhaus oder in einer Klinik oder Arbeitsunfähigkeit. Unterbrechen Sie ohne triftigen Grund, darf die Einrichtung das Funktionstraining abbrechen und muss das dem Rehabilitationsträger melden. Eine feste Zahl erlaubter Fehltermine, ab der eine Verordnung verfällt, gibt es in der Vereinbarung nicht.

Die Kasse genehmigt vor dem Beginn

Ziffer 15.1 regelt das in einem Satz. Rehabilitationssport und Funktionstraining muss der Rehabilitationsträger vor dem Beginn bewilligen, und das gilt auch für weitere Verordnungen. Die KBV-Erläuterungen sagen dasselbe. Die Genehmigung holt die oder der Versicherte vor dem Beginn ein. Einzelne Krankenkassen haben in bestimmten Regionen und für eine begrenzte Zeit darauf verzichtet. Ob das für Ihre Kasse gilt, klären Sie mit Ihrer Kasse und nicht in der Arztpraxis.

Zwei weitere Punkte spielen mit hinein. Funktionstrainingsgruppen müssen nach Ziffer 8.1 anerkannt sein, sonst zahlt der Rehabilitationsträger nicht. Außerdem soll das Funktionstraining nach Ziffer 15.3 in der Regel in der Gruppe stattfinden, die Ihrem Wohn- oder Arbeitsort am nächsten liegt. Berechtigten Wünschen ist dabei zu entsprechen.

Die Verlängerung und was ihre Begründung leisten muss

Läuft der Zeitraum aus, ist eine weitere Verordnung auf demselben Vordruck möglich. Den Maßstab nennt Ziffer 4.1. Das Funktionstraining ist so lange erforderlich, wie Sie in den Übungsstunden die fachkundige Leitung brauchen, um seine Ziele zu erreichen. Für weitere Verordnungen verlangt Ziffer 14.2 Nummer 5 darum zusätzlich eine Begründung, warum Sie die erlernten Übungen noch nicht selbstständig und in eigener Verantwortung durchführen können.

Die Deutsche Rheuma-Liga nennt in ihrem Merkblatt Beispiele für eine solche Begründung. Dazu gehören eine akute Verschlechterung der Grunderkrankung, eine geänderte Diagnose oder kognitive oder psychische Beeinträchtigungen durch Nebenwirkungen von Medikamenten oder durch eine chronische Erkrankung. Die Weiter- oder Neuverordnung kann wieder für zwölf beziehungsweise 24 Monate ausgestellt werden, in besonderen Situationen auch für länger. Nach Angaben der Rheuma-Liga muss die Begründung nicht lang sein. Sie muss aber so klar sein, dass der Medizinische Dienst sie nachvollziehen kann, falls er den Fall beurteilt.

Den Zeitpunkt können Sie selbst beeinflussen. Auch bei der Folgeverordnung muss die Bewilligung vor dem ersten Termin des neuen Zeitraums vorliegen. Sprechen Sie Ihre Arztpraxis erst nach dem letzten Termin an, entsteht deshalb eine Lücke im Training.

Wenn die Krankenkasse ablehnt

Für diesen Fall empfiehlt die Rheuma-Liga, mit der Kasse über den Grund der Ablehnung zu sprechen. Für einen Widerspruch wird eine genauere Begründung erwartet. Nach Einschätzung des Verbands haben die meisten Widersprüche Erfolg, wenn sie gut begründet sind. Eine Erfolgsquote nennt er nicht, und eine verlässliche bundesweite Zahl dazu gibt es Stand Juli 2026 nicht.

Wo Sie teilnehmen

Den unteren Teil des Vordrucks füllen Sie selbst aus. Dort tragen Sie den Leistungserbringer ein, bei dem Sie teilnehmen möchten, mit Postleitzahl und Ort. Wenn Sie schon an einer Gruppe teilnehmen, geben Sie an, seit wann. Dann unterschreiben Sie. Ohne diese Unterschrift ist der Antrag unvollständig. Getragen werden Funktionstrainingsgruppen nach Ziffer 7.2 in der Regel von Arbeitsgemeinschaften, Selbsthilfegruppen, Vereinen oder Leistungserbringern. Nach Ziffer 16.4 darf eine Mitgliedschaft für die Dauer der Verordnung keine Bedingung für die Teilnahme sein, und Zuzahlungen sind nach Ziffer 16.5 unzulässig. Welche Gruppen bei uns laufen und wie der Einstieg abläuft, sehen Sie auf der Seite zum Funktionstraining bei Aequilibrium.

Häufige Fragen

Wer darf Funktionstraining verordnen?

Jede behandelnde Ärztin und jeder behandelnde Arzt. Ziffer 14.1 der BAR-Rahmenvereinbarung verlangt nur, dass die Verordnung zur Erkrankung passt, und schreibt keine Facharztgruppe vor. Laut dem Merkblatt der Deutschen Rheuma-Liga für Ärztinnen und Ärzte können alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Funktionstraining verordnen. Eine besondere Berechtigung für Reha-Maßnahmen brauchen sie dafür nicht. Zahlt die Deutsche Rentenversicherung, verordnet die Ärztin oder der Arzt der Rehabilitationseinrichtung zum Abschluss der medizinischen Rehabilitation.

Auf welchem Formular wird Funktionstraining verordnet?

Auf dem Vordruck Muster 56 mit der Überschrift „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport / für Funktionstraining“, der in seiner heutigen Fassung seit dem 1. Januar 2023 gilt. Ganz oben wird angekreuzt, welche der beiden Leistungen beantragt wird. Nach den Vordruckerläuterungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können Rehabilitationssport und Funktionstraining nicht gleichzeitig auf einem Vordruck beantragt werden. Beim Funktionstraining füllt die Praxis dann die Felder zur Funktionstrainingsart und zum Zeitraum in Monaten aus. Den unteren Teil mit dem Leistungserbringer füllen Sie selbst aus und unterschreiben ihn.

Wie oft pro Woche ist Funktionstraining möglich?

Nach Ziffer 10.4 der Rahmenvereinbarung sind es bis zu zwei Übungsveranstaltungen je Woche, mit besonderer Begründung höchstens drei. Die Vordruckerläuterungen der KBV nennen für Trocken- und Wassergymnastik in der Regel jeweils ein bis zwei Termine pro Woche. Auch wenn beide Formen zusammen verordnet werden, bleibt es bei höchstens drei Terminen wöchentlich. Eine Übungsstunde soll grundsätzlich mindestens 30 Minuten bei Trockengymnastik und mindestens 20 Minuten bei Wassergymnastik dauern.

Wie lange ist eine Funktionstraining-Verordnung gültig?

Ziffer 14.3 der Rahmenvereinbarung nennt kein Verfallsdatum für das Blatt. Die Verordnung gilt für den Zeitraum, den die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt für notwendig hält, in der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen der Richtwerte von zwölf beziehungsweise 24 Monaten. Eine bundeseinheitliche Frist, bis wann das Funktionstraining nach der Ausstellung begonnen haben muss, gibt es nicht. Die oft genannten drei Monate stehen in Ziffer 1.2 und betreffen ausschließlich Leistungen der Rentenversicherung und der Alterssicherung der Landwirte im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation. Ob Ihre Krankenkasse eine eigene Frist festlegt, erfahren Sie nur dort.

Wie funktioniert die Verlängerung des Funktionstrainings?

Über eine weitere Verordnung auf demselben Vordruck. Nach Ziffer 14.2 Nummer 5 der Rahmenvereinbarung muss sie zusätzlich begründen, warum Sie die erlernten Übungen noch nicht selbstständig und eigenverantwortlich durchführen können. Die Deutsche Rheuma-Liga nennt als Begründungen etwa eine akute Verschlechterung der Grunderkrankung, eine geänderte Diagnose oder kognitive und psychische Beeinträchtigungen. Die Weiter- oder Neuverordnung kann wieder für zwölf beziehungsweise 24 Monate ausgestellt werden, in besonderen Situationen auch für länger. Die Genehmigung der Krankenkasse muss auch bei der Folgeverordnung vor dem ersten Termin vorliegen.

Kann man Wassergymnastik und Trockengymnastik zusammen verordnen lassen?

Ja. Die Vordruckerläuterungen zu Muster 56 halten fest, dass Trocken- und Wassergymnastik bei Bedarf zur selben Zeit verordnet werden können, wenn beide Formen medizinisch notwendig sind. Nach Ziffer 10.3 der Rahmenvereinbarung sollen sie dann an verschiedenen Wochentagen stattfinden. Zusammen bleibt es bei höchstens drei Übungsveranstaltungen pro Woche.

Quellen

  1. Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining · Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) · Stand 26.11.2021, Frankfurt am Main, Januar 2022
  2. Vordruckerläuterungen zu Muster 56 · Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) · Zum Muster 56 in der seit 1. Januar 2023 geltenden Fassung
  3. Verordnung von Funktionstraining – Informationen für Ärztinnen und Ärzte · Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. · Stand 6. Auflage, Drucknummer C 27/BV/11/2022
  4. § 64 SGB IX – Ergänzende Leistungen · Bundesministerium der Justiz / juris · Abgerufen Juli 2026

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