Zertifikate für Physiotherapeuten: Dauer, Kosten, was sie bringen
In der Physiotherapie hängt am Zertifikat, welche Verordnungen jemand behandeln darf. Davon hängt wiederum ab, was eine Praxis abrechnen und wie viel sie zahlen kann. Die Beiträge hier behandeln Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, KG-Gerät und KG-ZNS.
Die Beiträge nennen für jedes Zertifikat den Stundenumfang, die Kosten, mögliche Förderung und die Prüfung, jeweils mit den Quellen dazu.
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KG-ZNS Fortbildung: Bobath, PNF, Vojta – Dauer, Kosten, Unterschiede
Für das KG-ZNS-Zertifikat in Bobath, PNF und Vojta verlangen die Krankenkassen 120 bis 300 Unterrichtseinheiten, die Kurse kosten bei Anbietern 1.625 bis 5.800 Euro und laufen in Blöcken über Monate. Außerdem geht es um die Kassenvergütung 2026 und darum, was Bildungszeit und Steuer beitragen.
Lesen ZertifikatKGG-Fortbildung: Dauer, Kosten und Voraussetzungen
Die Weiterbildung in gerätegestützter Krankengymnastik umfasst 40 Unterrichtseinheiten, läuft bei den geprüften Anbietern über vier Tage und kostet 510 bis 560 Euro. Die neue Anlage 7 der Krankenkassen lässt den Mindestumfang unverändert, ein Vier-Tage-Kurs passt in die Berliner Bildungszeit, und für KG-Gerät zahlen die Kassen 55,81 Euro je Behandlung.
Lesen Kosten & FörderungLymphdrainage-Fortbildung: Kosten, Dauer, Förderung und Prüfung
Die Weiterbildung in Manueller Lymphdrainage kostet bei den geprüften Anbietern rund 1.550 bis 1.600 Euro und dauert als Vollzeitkurs vier Wochen. Seit Juni 2026 gilt eine neue Anlage 7 der Krankenkassen, die den Mindestumfang senkt, und gefördert wird über Bildungszeit, Bildungsgutschein und Steuer.
Lesen Kosten & FörderungManuelle Therapie Fortbildung: Dauer, Kosten, Förderung und Prüfung
Die Weiterbildung zum MT-Zertifikat umfasst mindestens 260 Unterrichtseinheiten und kostet bei Berliner Anbietern 3.780 bis 4.200 Euro. Umfang und Prüfung legt der GKV-Vertrag fest, Förderung gibt es 2026 kaum noch, und über die höhere Kassenvergütung spielt sich die Kursgebühr nach einigen hundert Behandlungen wieder ein.
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Alle Fragen zu Fortbildung auf einen Blick
Die Antworten stammen aus den Beiträgen dieses Themas und tragen dort ihre Quelle.
Wie viele Stunden umfasst eine KG-ZNS-Fortbildung?
Für die Behandlung von Erwachsenen verlangen die Krankenkassen mindestens 120 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten, gleich ob Bobath, Vojta oder PNF. Für Kinder und Jugendliche sind es mindestens 300 Unterrichtseinheiten in Bobath oder Vojta. Grundlage ist Anlage 7 zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V in der Fassung vom 21.07.2021, die für KG-ZNS weiter gilt. Viele Kurse liegen über dem Minimum, etwa 150 Einheiten beim Bobath-Grundkurs für Erwachsene.
Was kostet eine Bobath-Fortbildung?
Ein Bobath-Grundkurs für Erwachsene mit 150 Unterrichtseinheiten kostet bei Anbietern rund 1.800 bis 2.200 Euro, zum Beispiel 2.060 Euro beim IFK in Bochum für Nichtmitglieder und 2.160 Euro am MFZ in Berlin (Stand September 2026). Der Bobath-Grundkurs für Kinder mit 400 Einheiten liegt beim IFK bei 5.400 Euro für Mitglieder und 5.800 Euro für Nichtmitglieder. Fahrt und Unterkunft kommen dazu.
Wie viel Berufserfahrung brauche ich für Bobath, PNF oder Vojta?
Für Bobath Erwachsene und PNF verlangen die Kassen ein Jahr Berufserfahrung nach dem Examen, für Vojta Erwachsene zwei Jahre. Für Bobath Kinder sind es zwei Jahre, davon mindestens eines in der Behandlung von Kindern, für Vojta Kinder zwei Jahre, möglichst mit Kindern. Angerechnet werden Stellen ab 15 Wochenstunden, Teilzeit anteilig. Manche Kursanbieter verlangen mehr, zum Beispiel Vollzeit.
Darf ich ohne Zertifikat KG-ZNS abrechnen?
Nein. KG-ZNS ist eine Zertifikatsleistung nach § 17 Absatz 2 der Heilmittel-Richtlinie. Die Praxis braucht dafür eine Abrechnungserlaubnis der Arbeitsgemeinschaften nach § 124 Absatz 2 SGB V. Sie gilt immer nur für die Person, die die Weiterbildung abgeschlossen hat. Ohne zertifizierte Therapeutin oder zertifizierten Therapeuten kann die Praxis die Position nicht abrechnen.
Was zahlen die Krankenkassen für KG-ZNS?
Seit dem 01.01.2026 zahlen die gesetzlichen Kassen für KG-ZNS bei Erwachsenen 47,06 Euro je Einzelbehandlung, gleich ob Bobath, Vojta oder PNF. Die Regelbehandlungszeit liegt bei 25 bis 35 Minuten. KG-ZNS für Kinder nach Bobath oder Vojta wird mit 58,83 Euro vergütet, bei 30 bis 45 Minuten. Allgemeine Krankengymnastik bringt 29,63 Euro für 15 bis 25 Minuten. Grundlage ist die Vergütungsvereinbarung zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V.
Kann ich in Berlin Bildungszeit für eine KG-ZNS-Fortbildung nehmen?
Wenn der Kurs als Bildungszeit-Veranstaltung anerkannt ist, ja. Das Berliner Bildungszeitgesetz gibt Vollzeitbeschäftigten fünf Tage bezahlte Freistellung im Jahr, zwei Jahresansprüche lassen sich zu zehn Tagen zusammenlegen. Der Antrag muss mindestens sechs Wochen vor Kursbeginn beim Arbeitgeber liegen, und das Arbeitsverhältnis muss seit sechs Monaten bestehen. Für Betriebe mit bis zu 20 Beschäftigten gilt eine Sonderregelung.
Wie lange dauert die KGG-Fortbildung?
Die Anlage 7 zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V verlangt für KG-Gerät mindestens 40 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten, also 30 Zeitstunden. Das gilt in der alten Fassung von 2021 und in der neuen vom 13.04.2026. Die Anbieter MFZ Berlin, TOP-PHYSIO und FiHH legen die 40 Einheiten auf vier Kurstage.
Was kostet eine KGG-Fortbildung?
Bei drei geprüften Anbietern liegt die Kursgebühr zwischen 510 und 560 Euro, Stand September 2026. TOP-PHYSIO nennt 510 Euro, das MFZ Berlin 530 Euro. Das FiHH in Hamburg verlangt 560 Euro für den Kurs im Dezember 2026 und 590 Euro für Kurse 2027. Fahrt, Unterkunft und vier Arbeitstage kommen je nach Lage dazu.
Welche Voraussetzungen brauche ich für den KGG-Kurs?
Sie brauchen eine Qualifikation, die zur Kassenzulassung als Physiotherapeutin, Physiotherapeut, Krankengymnastin oder Krankengymnast nach § 124 Absatz 1 SGB V berechtigen würde. Seit der Neufassung der Anlage 7 vom 13.04.2026 dürfen auch Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr und Studierende in den letzten zwei Semestern teilnehmen. Das gilt nur, wenn der Ausbildungsträger oder ein kooperierender Weiterbildungsträger den Kurs anbietet.
Gibt es bei der KGG-Fortbildung eine Prüfung?
Der Abschnitt KG-Gerät der Anlage 7 in der Fassung vom 13.04.2026 schreibt keine Abschlussprüfung vor, anders als bei Manueller Therapie und Lymphdrainage. Er regelt Umfang, Inhalte und das Zertifikat. Nach der alten Fassung von 2021 war der Kurs bestanden, wenn alle Einheiten besucht und Fehlzeiten nachgeholt waren.
Bleibt mein altes KGG-Zertifikat gültig?
Ja. Nach Abschnitt V der neuen Anlage 7 bleiben Zertifikate und Abrechnungserlaubnisse nach der Fassung vom 21.07.2021 gültig, ohne erneute Prüfung. Kurse nach altem Lehrplan werden anerkannt, wenn sie vor dem 01.06.2027 beginnen und bis zum 31.05.2031 abgeschlossen sind.
Was zahlt die Krankenkasse für KG-Gerät?
Laut Anlage 2 zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V, gültig ab 01.01.2026, zahlen die gesetzlichen Kassen für KG-Gerät (Position X0507) 55,81 Euro je Behandlung. Die Regelbehandlungszeit beträgt 60 Minuten je Patient, eine Therapeutin darf bis zu drei Patienten gleichzeitig betreuen. Abrechnen darf die Praxis nur mit Abrechnungserlaubnis, und die gilt ausschließlich für die Person mit dem Zertifikat.
Kann ich für den KGG-Kurs Bildungszeit in Berlin nehmen?
Wenn die Veranstaltung nach dem Berliner Bildungszeitgesetz anerkannt ist, ja. Vollzeitbeschäftigte haben Anspruch auf fünf Tage bezahlte Freistellung im Jahr, die Kursgebühr tragen sie selbst. Der Antrag muss mindestens sechs Wochen vor Kursbeginn mit dem Anerkennungsbescheid beim Arbeitgeber liegen. Ob ein KGG-Kurs anerkannt ist, erfragen Sie beim Anbieter.
Was kostet eine Fortbildung in Manueller Lymphdrainage?
Bei drei geprüften Anbietern liegt die Kursgebühr zwischen 1.548 und 1.584 Euro, Stand September 2026. Das FiHH in Hamburg nennt 1.548 Euro, Top-Physio in Berlin 1.550 Euro und das MFZ Berlin 1.584 Euro. Anreise, Unterkunft und ein möglicher Verdienstausfall kommen je nach Lage dazu.
Wie lange dauert die Lymphdrainage-Weiterbildung?
Die neue Anlage 7 zum GKV-Rahmenvertrag Physiotherapie verlangt mindestens 140 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Abgeschlossen sein soll die Weiterbildung in der Regel innerhalb eines Jahres. Die bisherige Fassung von 2021 verlangte 170 Unterrichtseinheiten, als Vierwochenkurs oder in zwei Abschnitten. Die drei hier geprüften Anbieter schrieben ihre Kurse im September 2026 noch als Vierwochenkurs aus, zwei davon ausdrücklich mit rund 170 Einheiten.
Wer darf die Weiterbildung Manuelle Lymphdrainage machen?
Physiotherapeut:innen, Krankengymnast:innen sowie Masseur:innen und medizinische Bademeister:innen. Voraussetzung ist eine Qualifikation, die zur Kassenzulassung nach § 124 Absatz 1 SGB V berechtigt. So steht es in Anlage 7 zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V in der Fassung vom 13.04.2026.
Wie läuft die Abschlussprüfung in Manueller Lymphdrainage ab?
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktisch-mündlichen Teil. Der schriftliche Teil dauert zwei Unterrichtseinheiten, höchstens die Hälfte darf Multiple Choice sein. Der praktisch-mündliche Teil dauert mindestens 45 Minuten je Person. Jeder nicht bestandene Teil kann höchstens zweimal wiederholt werden.
Verliert ein altes MLD-Zertifikat durch die neue Anlage 7 seine Gültigkeit?
Nein. Zertifikate und Abrechnungserlaubnisse, die nach der Fassung vom 21.07.2021 erworben wurden, bleiben gültig, ohne erneute Prüfung. Kurse nach altem Curriculum, die vor dem 01.06.2027 beginnen, werden anerkannt, wenn sie bis zum 31.05.2031 abgeschlossen sind. Ab dem 01.06.2027 werden neu nur noch Weiterbildungen nach der neuen Fassung anerkannt.
Kann ich die Kosten der Lymphdrainage-Fortbildung von der Steuer absetzen?
Kursgebühren für eine Fortbildung im ausgeübten Beruf zählen zu den Werbungskosten, soweit der Arbeitgeber sie nicht steuerfrei ersetzt. Steuerlich wirken sie erst, wenn alle Werbungskosten eines Jahres zusammen den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro nach § 9a EStG übersteigen. Eine Kursgebühr um 1.550 Euro liegt schon allein darüber.
Was zahlen die Krankenkassen für eine Manuelle Lymphdrainage?
Seit dem 01.01.2026 zahlen die gesetzlichen Kassen 35,97 Euro für MLD-30, 53,94 Euro für MLD-45 und 71,94 Euro für MLD-60. Die Kompressionsbandagierung einer Extremität bringt 22,92 Euro. Grundlage ist Anlage 2 zum Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V. Abrechnen darf diese Positionen nur, wer die Weiterbildung abgeschlossen hat und eine Abrechnungserlaubnis besitzt.
Was kostet die Fortbildung in Manueller Therapie?
Bei drei Anbietern mit Kursen in Berlin liegt der Gesamtpreis zwischen 3.780 und 4.200 Euro, Stand September 2026. MFZ Berlin berechnet sechs Kursblöcke zu je 490 Euro, einen Theorieblock zu 280 Euro und die Prüfung mit 560 Euro. mentor Fortbildungen nennt 3.990 Euro einschließlich Prüfungsgebühr, TOP-PHYSIO 4.200 Euro für ein Programm mit 340 Unterrichtseinheiten. Anreise, Übernachtung und Verdienstausfall kommen je nach Kursort hinzu.
Wie lange dauert die Weiterbildung Manuelle Therapie?
Der GKV-Vertrag schreibt mindestens 260 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten vor. Daran ändert auch die Neufassung vom 13. April 2026 nichts. Die Weiterbildung soll in der Regel innerhalb von vier Jahren abgeschlossen sein, die Abschlussprüfung ist frühestens nach zwei Jahren möglich. Die Berliner Anbieter mentor Fortbildungen und TOP-PHYSIO planen mit rund zwei Jahren Kurszeit.
Wie läuft die Prüfung in Manueller Therapie ab?
Die Abschlussprüfung hat einen schriftlichen und einen praktisch-mündlichen Teil. Der schriftliche Teil dauert mindestens zwei Unterrichtseinheiten und darf höchstens zur Hälfte aus Multiple-Choice-Fragen bestehen, der praktische Teil mindestens 30 Minuten. Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann höchstens zweimal wiederholt werden.
Kann ich die Manuelle Therapie mit Aufstiegs-BAföG finanzieren?
Eher nicht, wenn man die Förderkriterien zugrunde legt. Aufstiegs-BAföG setzt eine Vorbereitung auf eine öffentlich-rechtliche Prüfung nach Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnung oder gleichwertigem Bundes- oder Landesrecht voraus. In der zweiten und dritten Fortbildungsstufe verlangt es dazu mindestens 400 Unterrichtsstunden. Das MT-Zertifikat stellt der Weiterbildungsträger nach dem GKV-Vertrag aus, und der Mindestumfang liegt bei 260 Einheiten. Eine verbindliche Auskunft gibt das zuständige BAföG-Amt.
Gibt es die Bildungsprämie noch?
Nein. Die Ausgabe der Prämiengutscheine im Bundesprogramm Bildungsprämie endete am 31. Dezember 2021. Ein direktes Nachfolgeprogramm des Bundes für einzelne Beschäftigte gibt es nicht.
Kann ich die Kosten für die MT-Fortbildung von der Steuer absetzen?
Als Fortbildung im erlernten Beruf zählen Kursgebühren, Prüfung, Fahrt und Übernachtung zu den Werbungskosten nach § 9 EStG. Sie wirken sich aus, soweit Ihre gesamten Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro im Jahr übersteigen. Was der Arbeitgeber erstattet, können Sie nicht zusätzlich absetzen.
Wie viel mehr zahlt die Krankenkasse für Manuelle Therapie?
Laut Vergütungsvereinbarung zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V, gültig ab 1. Januar 2026, zahlt die gesetzliche Krankenversicherung für eine Einheit Manuelle Therapie 35,59 Euro, für allgemeine Krankengymnastik als Einzelbehandlung 29,63 Euro. Der Unterschied beträgt 5,96 Euro je Einheit. Abrechnen darf die Praxis MT nur mit einer Abrechnungserlaubnis, und die gilt ausschließlich für die Person mit dem Zertifikat.
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